
Die Zufriedenheit mit dem städtischen Busverkehr in Wiesbaden hat sich nach einer aktuellen Studie der Hochschule RheinMain verbessert. Die Befragten gaben ESWE Verkehr in der jüngsten Erhebung die Gesamtnote 2,69 und damit eine bessere Bewertung als im Vorjahr, als die Note 2,79 lautete. Parallel dazu liegen die Fahrgastzahlen im Linienverkehr in den vergangenen Jahren bei knapp 59 Millionen.
Ergebnisse im Detail
Laut der repräsentativen Untersuchung wurde ESWE Verkehr bei 15 von 16 abgefragten Merkmalen besser bewertet als im Vorjahr. Deutliche Verbesserungen zeigen sich demnach unter anderem bei der Umweltleistung, bei Kontrollen, bei Informationen zu Verspätungen sowie bei der als negativ wahrgenommenen Auslastung beziehungsweise der Atmosphäre in den Bussen. Auch die Erreichbarkeit von Zielen sowie Fahrzeit, Dauer und Schnelligkeit erhielten bessere Noten.
Der Pkw wurde von den Teilnehmenden schlechter bewertet als der öffentliche Nahverkehr. Für die Pkw-Nutzung gaben die Befragten die Note 3,31 an. Kritikpunkte bleiben insbesondere die Pünktlichkeit und die Atmosphäre in den Fahrzeugen, hier sehen die Autoren der Studie weiteres Verbesserungspotenzial.
Methodik und Reichweite der Befragung
Die Hochschule RheinMain führte die Befragung unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler durch. Im vergangenen Jahr wurden an zehn Standorten im Stadtgebiet vier Erhebungswellen durchgeführt. Dabei führten Studierende der Wiesbaden Business School insgesamt 1.512 Interviews mit Passantinnen und Passanten. Die Stichprobe umfasste regelmäßige und gelegentliche Fahrgäste ebenso wie ausgeprägte Autofahrerinnen und Autofahrer. Seit 2006 begleiten die Professoren und ihr Team die Messung der Kundenzufriedenheit.
Die Befragten bewerteten verschiedene Kategorien mit Schulnoten von eins bis sechs, etwa die Freundlichkeit der Fahrerinnen und Fahrer, Taktung, Pünktlichkeit sowie die Schnelligkeit, mit der Ziele erreicht werden können. Die Studie wertet zudem offene Fragen zu positiven und negativen Erfahrungen aus, die nach Aussage der Wissenschaftler die positiven Veränderungen bei ESWE Verkehr bestätigen.
Reaktionen von ESWE Verkehr und Ausblick
Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, erklärte, die Ergebnisse zeigten, dass sich die kontinuierlichen Angebots- und Serviceverbesserungen bemerkbar machten und bei den Fahrgästen ankommen. Sie betonte zugleich, dass es weiterhin Punkte gebe, in denen man sich verbessern wolle.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kowol wertete die Befragung als Bestätigung für den eingeschlagenen Kurs. Er verwies auf geplante Änderungen im Liniennetz, mit denen ESWE Verkehr durch neue, direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen das Busfahren in Wiesbaden effizienter und attraktiver machen wolle. Zugleich kritisierte er die Unterfinanzierung des Schienenverkehrs, die dort häufiger zu Ausfällen führe.
Die Verantwortlichen sehen in der Zufriedenheitsmessung eine wichtige Grundlage für die weitere Gestaltung des Angebots. Die nächste Erhebungswelle wurde laut Mitteilung bereits in Wiesbaden gestartet.
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